Fliegendes Ungeziefer
Fliegendes Ungeziefer wie Fliegen, Mücken oder Motten zählt zu den häufigsten Hygieneschädlingen in Innenräumen und gewerblichen Betrieben. Besonders in sensiblen Bereichen wie Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung, Lagerhallen oder Pflegeeinrichtungen stellen diese Insekten ein ernstzunehmendes Risiko dar.
Sie können Krankheitserreger übertragen, Lebensmittel und Oberflächen kontaminieren und sich bei günstigen Bedingungen schnell vermehren. Eine frühzeitige Erkennung sowie eine professionelle, gesetzeskonforme Bekämpfung sind entscheidend, um hygienische Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten.
Unsere Maßnahmen erfolgen nach dem Prinzip des integrierten Schädlingsmanagements (IPM) und entsprechen den Anforderungen der EU-Biozid-Verordnung (EU Nr. 528/2012).

1. Schritt
Zu Beginn führen wir eine umfassende Sichtkontrolle aller befallsrelevanten Bereiche durch.
Diese Erstaufnahme ist gesetzlich notwendig, da Biozidprodukte nur eingesetzt werden dürfen, wenn ein tatsächlicher Schädlingsbefall nachgewiesen ist. Eine Behandlung „auf Verdacht“ ist
unzulässig.
Kontrolliert werden insbesondere:
- Fenster- und Türbereiche (Einflugstellen)
- Küchen, Lager- und Produktionsräume
- Müll- und Entsorgungsbereiche
- Feuchtzonen (Abflüsse, Spülbereiche, Kondenswasserstellen)
- Deckenbereiche und Beleuchtung (Anflugpunkte)
Dabei achten wir auf:
- erhöhte Flugaktivität
- Larvenentwicklungsorte (z.B. organische Rückstände)
- typische Spuren wie Maden, Fraßstellen oder Gespinste
- Hinweise auf Brutstätten im oder am Gebäude
Ziel ist:
- eindeutige Befallsfeststellung
- Eingrenzung der Ursache und Eintrittswege
- Grundlage für gezielte Maßnahmenplanung
2. Schritt
Nach der Sichtkontrolle erfolgt ein systematisches Monitoring zur objektiven Bewertung der Aktivität.
Monitoring ist ein zentraler Bestandteil des IPM, um Maßnahmen zielgerichtet umzusetzen und unnötige Biozid-Anwendungen zu vermeiden.
Monitoringmaßnahmen umfassen:
- Einsatz von UV-Lichtfallen mit Klebeflächen
- Pheromonfallen (z. B. bei Mottenbefall)
- Kontrolle von Flugrouten und Befallsherden
- Dokumentation der Fangzahlen und Entwicklung
Bewertet werden:
- Befallsstärke und Artenspektrum
- Räumliche Ausbreitung im Objekt
- Saisonale oder betriebliche Ursachen
- Risikobereiche (Lebensmittel, Hygienezonen)
3. Schritt
Auf Basis der Analyse erfolgt die fachgerechte Bekämpfung.
Dabei werden ausschließlich zugelassene Verfahren eingesetzt und der Biozideinsatz auf das notwendige Maß beschränkt.
Maßnahmen umfassen je nach Situation:
- Mechanische Reduktion durch UV-Fangsysteme
- Gezielte Behandlung von Brutstätten (z.B. Larvenbekämpfung)
- Einsatz von Kontakt- oder Fraßpräparaten nur bei Bedarf
- Kombinierte Verfahren bei starkem oder wiederkehrendem Befall
Ziel ist:
- Schnelle Reduktion der Insektenpopulation
- Unterbrechung des Entwicklungszyklus
- Hygienische Absicherung sensibler Bereiche
4. Schritt
Nach erfolgreicher Bekämpfung ist die Prävention entscheidend, um einen erneuten Befall dauerhaft zu verhindern.
Präventionsmaßnahmen umfassen:
- Installation von Fliegengittern und Türluftschleiern
- Abdichtung von Eintrittsstellen
- Optimierung von Hygiene- und Entsorgungsprozessen
- Reduktion von Feuchtigkeits- und Nahrungsquellen
- dauerhaftes Monitoring in Gewerbeobjekten (HACCP-konform)
Ziel ist:
- langfristige Befallsfreiheit
- Schutz von Produkten, Mitarbeitern und Kunden
- Einhaltung hygienischer Standards und Audit-Anforderungen
Stubenfliege (Musca domestica)

- Größe: 6–8 mm
- Gewicht: ca. 10–20 mg
- Lebensdauer: 2–4 Wochen
- Fortpflanzung: 500–1.000 Eier pro Weibchen
- Entwicklung Ei → Fliege in 7–14 Tagen bei Wärme
- Typische Brutstätten: Müll, organische Abfälle, Kompost, tierische Exkremente
- Einordnung: Hygieneschädling (Gesundheitsschädling)
- Bedeutung: Überträgt Keime mechanisch (Salmonellen, E. coli), kontaminiert Lebensmittel
Schmeißfliegen (Calliphoridae, z. B. Blaue Fleischfliege)

- Größe: 8–14 mm
- Gewicht: ca. 20–30 mg
- Fortpflanzung: bis 2.000 Eier möglich
- extrem schnelle Madenentwicklung
- Typische Brutstätten: Fleischabfälle, Tierkadaver, Müllcontainer
- Einordnung: Gesundheitsschädling
- Risiko: Starke Kontaminationsgefahr in Gastronomie und Lebensmittelbetrieben
Fruchtfliege / Essigfliege (Drosophila melanogaster)
- Größe: 2–4 mm
- Gewicht: ca. 1–2 mg
- Fortpflanzung: 300–500 Eier
- Entwicklungszyklus nur 8–10 Tage
- Typische Brutstätten: gärendes Obst, Getränkereste, Biomüll, Abflüsse
- Einordnung: Lästling mit Hygienerelevanz
- Bedeutung: Hinweis auf hygienische Schwachstellen (Gärprozesse)
Trauermücken (Sciaridae)
- Größe: 2–5 mm
- Gewicht: <1 mg
- Population: mehrere hundert Eier
- Larven in feuchter Erde
- Typische Brutstätten: Blumenerde, Pflanzkübel, feuchte Substrate
- Einordnung: Lästling
- Relevanz: häufig in Büros, Wohnräumen, Gewächshäusern
Stechmücken (Culicidae)
- Größe: 3–10 mm
- Gewicht: ca. 2–5 mg
- Fortpflanzung: 100–300 Eier pro Gelege
- Brutstätten: stehendes Wasser, Regentonnen, Abflüsse
- Einordnung: Lästling / potenzieller Gesundheitsschädling
- Risiko: Stiche, Allergien, in bestimmten Regionen Krankheitsübertragung
Lebensmittelmotten (Plodia interpunctella)
- Größe: 8–10 mm (Flügelspannweite bis 16 mm)
- Gewicht: ca. 10 mg
- Population: 200–400 Eier
- Larvenphase verursacht Hauptschaden
- Befallsorte: Mehl, Nüsse, Trockenobst, Tierfutter
- Einordnung: Vorratsschädling (Materialschädling)
- Bedeutung: Gespinste, Kontamination, wirtschaftlicher Schaden
Kleidermotten (Tineola bisselliella)
- Größe: 6–8 mm
- Gewicht: ca. 5–10 mg
- Population: 100–200 Eier
- Schadensbild: Larven fressen Wolle, Pelz, Textilien
- Einordnung: Materialschädling
- Relevanz: Haushalte, Textillager, Museen
Pharaoameisen – fliegende Geschlechtstiere (Monomorium pharaonis)
- Größe: 2–4 mm
- Gewicht: <1 mg
- Population: Kolonien mit mehreren 100.000 Individuen möglich
- Einordnung: Hygieneschädling
- Besonderheit: Schwarmflug führt zur schnellen Verschleppung in Gebäuden
Abflussfliegen / Schmetterlingsmücken (Psychodidae)
- Größe: 2–5 mm
- Gewicht: <1 mg
- Population: mehrere hundert Eier
- Brutstätten: Biofilm in Abflüssen, Siphons
- Einordnung: Hygieneschädling / Indikatorschädling
- Bedeutung: Hinweis auf Reinigungsmängel in Nassbereichen
